Verfasst von: sibyllemeder | 19. August 2009

Fischen und Filmen

In Windstärke 5 nach Sonnenuntergang auf der Kabine eines kleinen Fischerboots hockend, die linke Hand ans Dach gekrallt, die Füße fest gegen ein überstehendes Brett gestemmt und mit der rechten Hand die Videokamera ans Auge gepresst – so begannen meine Dreharbeiten zu einer Dokumentation, deren Arbeitstitel bis jetzt „Der letzte Fisch“ lautet.

Selbst an einem sonnigen Morgen kann der Horizont auf einem Kaiki ein bisschen verrutschen.

Selbst an einem sonnigen Morgen kann der Horizont auf einem Kaiki ein bisschen verrutschen.

Der Titel ist nicht von ungefähr, denn Stelios und Nikos, die mich freundlicherweise auf ihrem Kabinendach Klabautermann spielen ließen, verdienen sich zwar ihren Lebensunterhalt durch das Fischen – wie sie das allerdings genau anstellen, ohne zu verhungern, das muss ich erst noch herausfinden.

An jenem Morgen nach meinem Kabinendach-Stunt jedenfalls, als wir die Netze wieder einholten, die wir am Abend zuvor unter Einsatz des Lebens meiner Kamera ausgelegt hatten, waren in geschätzten 3 Kilometern Netz gerade mal um die 5 Kilo Fisch. Für acht Stunden Arbeit von drei Personen (ein Fischer-Lehrling war auch noch dabei) ist das keine besonders reiche Beute.

Sie sehen vielleicht gut aus, aber im Allgemeinen mögen Fischer Netze mehr, wenn sie voller Fisch sind.

Sie sehen vielleicht gut aus, aber im Allgemeinen mögen Fischer Netze mehr, wenn sie voller Fisch sind.

Stelios und Nikos sind sich einig, dass dies ein besonders schlechtes Jahr ist. Auch im Winter sei der Fang schon miserabel gewesen. Ich bin gespannt, welche Gründe sie dahinter vermuten. Um sie danach zu fragen, werde ich in dieser Woche einen Interviewtermin mit den beiden organisieren.

Stelios bei einer ausgefeilten Choreographie auf einem Kaiki.

Stelios bei einer ausgefeilten Choreographie auf seinem Kaiki.

Bis dahin hätte ich gerne ein paar der Fotos vom Fischen ausgedruckt, als Dankeschön für ihre Gastfreundschaft auf dem Boot. Doch der Drucker streikt. Natürlich! Ich hätte vielleicht keinen Kommentar über die Analogie von Fisch- und Bilderfang machen sollen…


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