Nicht sehr beeindruckt von dem Stromausfall, der sich ereignete, als ich gerade dabei war, den Schnittplan für die Änderungen am INSELBUS-Rohschnitt in die Tat umzusetzen, machte ich ein bisschen in Katastrophentourismus…

Farbenfroher Ausflug, wenn der Farbabgleich nicht möglich ist
Als Katastrophentourist stöbert man herum, wo man es lieber sein lassen sollte, und dieser Ausflug war da nicht anders. Diejenigen von euch, die Tilos kennen, kümmert es vermutlich weniger, ob ich meinen Schnitt rechtzeitig geschnitten kriege, als die Tatsache, dass der Lethra-Pfad vor kurzem erneut eingestürzt ist. So sieht es aus:

Tiefergelegter Pfad
Meiner Meinung nach ist der Schaden am Pfad kurz hinter Livadia weniger dramatisch als das, was jetzt an der Stelle passiert ist, wo der Pfad schon vor ein paar Wintern eingebrochen ist.

Hier geht es ziemlich tief nach unten
Während ich hier wie Tarzan an ein paar Wolfsmilch-Ästen hing, um diese Fotos zu machen (ich übertreibe, aber nur sehr gelinde), fiel mir ein, dass ich – wenn jetzt nicht gerade ein Erdbeben, Erdrutsch oder noch ein sintflutartiger Regen mir einen Strich durch die Rechnung machte – wenigstens eine kleine Geschichte für den Blog hatte. War nicht ganz die Arbeit, die ich an diesem Tag geplant hatte, aber das Leben spielt einem manchmal einen Streich.

Sonnige Aussichten
Diejenigen von euch, die mit Film zu tun haben, beginnen vielleicht, sich zu fragen, ob es wirklich sinnvoll ist, einen Film auf einer Insel wie Tilos zu machen. Dazu lasst mich folgendes sagen: selbst mit all den Stromausfällen, Naturkatastrophen, unterbrochenen Internet-Verbindungen und Video-Upload-Marathons, die es wirklich manchmal albtraumhaft erscheinen lassen, ist dies vermutlich die einzige Art, wie ich diesen Film hätte machen können. Denn nachdem ich all dies aus erster Hand erfahren habe, fange ich an zu verstehen, was die Leute, die wir im INSELBUS treffen, und ihre Einstellung zum Leben so einzigartig macht: selbst wenn es keinen Strom gibt, selbst wenn sie keine Papiere haben, selbst wenn die Regierung zusammenbricht (oder ein Fußpfad), gibt es immer noch irgendwo etwas Schönes.
Merkwürdig, dass wir Menschen manchmal über dem Abgrund hängen müssen, um das zu bemerken.

Nicht ohne Grund heißt der Radiosender von Tilos Κυκλάμηνο (Cyclamen) FM
PS: WARNUNG – Ich möchte an dieser Stelle jedem stärkstens davon abraten, die fotografierten Teile des Lethra-Pfades zu betreten, da sie INSTABIL SIND UND JEDERZEIT EINBRECHEN KÖNNEN. Es ist sehr tief hinunter bis ins Meer – und ihr wollt nicht herausfinden, wie tief. NICHT BETRETEN!
(ENGLISH VERSION)